Wald wirkt!

Inzwischen gibt es viele Forschungsergebnisse zu Themen wie Waldtherapie, Waldmedizin, Naturresilienz und Waldbaden / Shinrin Yoku,

Der Aufenthalt im Wald und in der Natur hat enorm viele positive Auswirkungen auf unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist. Inzwischen findet man unzählige Eintragungen bei der Google Suche zu den oben erwänten Themen.

Ich empfehle hierzu das spannend geschriebene Buch "Der Biophilia Effekt - Heilung aus dem Wald" von Clemens G. Arvay und das Buch "Wald tut gut" von Karin Greiner und Martin Kiem. Eine erweiterte Literaturliste finden Sie weiter unten.

Positive Auswirkungen des Waldbadens

  • Stärkende und ausgleichende Effekte auf unseren Kreislauf: 

- Senkung des Pulses
- Verbesserung der Blutdruckwerte
- Optimierung der Herzfrequenzvariabilität

  • Stärkung des Immunsystems durch Stressregulierung und gesundheitsförderndes Waldumfeld

  • Die Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol) sinkt

  • Die parasympathische Nervenaktivität, die bei Entspannung steigt, nimmt zu

  • Das Waldklima Schont Atemwege und Haut

  • Allgemeine Steigerung des Wohlbefinden unter anderem durch den hohen
    Sauerstoffanteil der Waldluft

  • Senkung des Blutzuckerspiegels

  • Die Konzentration krebshemmender Proteine kann erwiesenermassen ansteigen

  • Zahlreiche positive Auswirkungen auf die Psyche, auf Ängste  und das Schmerzempfinden

  • Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit und Müdigkeit werden reduziert

  • Tatkraft wird erhöht

  • ​Kreativität wird gesteigert

  • Atemwege und Gelenke werden entlastet

  • Die Terpene in der Waldluft wirken entzündungshemmend 


Der Waldbaden-Effekt: 
​Waldbaden wirkt sich signifikant positiv auf das Nerven-, Hormon- und Immunsystem aus und die positiven Effekte auf unseren Körper halten nach dem Waldbad nachweislich lang an!
Weiter wurde in Studien festgestellt, dass ebenfalls bei den subjektiv wahrgenommenen Veränderungen eine positive Wirkung auf die Psyche belegbar war. Die grosse Mehrzahl der Probanden gab an, sich ruhiger, erfrischter und emotional stabiler zu fühlen und weniger Angstgefühle zu haben.

 

 

Insbesondere für den Nadelwald gilt noch folgendes:

  • Die ätherischen Öle und Terpene von Nadelbäumen haben eine erfrischende, desinfizierende und für die Bronchien heilsame Wirkung

  • Die Nadeln wirken auch im Winter wie ein Sieb, in dem Staub hängen bleibt (im Vergleich: in der Stadt bis zu 500.000 lungengängige Staubteilchen zu ein paar Tausend im Wald, das heißt die Luft ist bis zu 90 - 99 % staubärmer)

  • Nadelbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose, Flechten und Pilze

  • Die Nadelspitzen wirken als Kondensationspunkte, das heißt sie fördern die Taubildung und dienen so der zusätzlichen Wassergewinnung, erfrischt zusätzlich bei einem Aufenthalt im Wald - insbesondere auch im Winter.

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Terpene:
Pflanzen kommunizieren über chemische Substanzen, sog. Terpene. Dies sind Moleküle, die bestimmte Informationen und Botschaften enthalten. Mit diesen Molekülen stehen die Pflanzen in ständigem Austausch miteinander.
 
So gibt zum Beispiel eine Pflanze, die von Schädlingen befallen wird, Substanzen ab, die von den Pflanzen in der Nachbarschaft aufgenommen werden und diese warnen. Daraufhin bilden diese "Empfänger" bereits Abwehrstoffe ohne überhaupt mit den Schädlingen in Berührung gekommen zu sein. Ihr Immunsystem reagiert also und wird aktiv. Diese Moleküle rufen außerdem natürliche Feinde der Schädlinge auf den Plan, die dann solche Schädlinge fressen. Pflanzen schützen sich auch vor zu starker Sonnenstrahlung an heißenTagen. Auch der blaue Dunst über dem Wald sind Terpene.
 
Die meisten dieser chemischen Substanzen (oder "Pflanzenvokabeln" wie es Clemens G. Arvay nennt) gehören zu der Stoffgruppe der Terpene (sekundäre Pflanzenstoffe).  
 
Beim Waldbaden trifft nun das kommunizierende Immunsystem der Pflanzen (auch Moose, Farne, Kräuter, Rinden, Sträucher, Pilze....geben Terpene ab) auf das Immunsystem des Menschen. Das bedeutet, dass wir Menschen beim Betreten des Waldes auf unendlich viele bioaktive Substanzen treffen. Davon sind viele die gasförmigen Terpene der Pflanzenkommunikation. Diese nehmen wir teils über die Haut, aber meist über die Lungen auf und einen großen Teil davon wiederum kann unser Immunsystem entschlüsseln.
 
Pflanzen reagieren auf die Terpene häufig  mit einer Steigerung ihres Immunsystem. Bei uns Menschen ist es ebenso. Waldluft erhöht und aktiviert damit unsere natürlichen Killerzellen. Die Zahlen sind beeindruckend: ein Tag im Wald steigert die natürlichen Killerzellen um 40%, zwei Tage im Wald um mehr als 50%.


Ein Tag im Wald heißt, dass die Killerzellen noch 7 Tage erhöht sind, bei 2
bis 3 Tagen noch bis zu 30 Tagen ohne nochmals in den Wald zu gehen. Auch die Leistungs-steigerung erhöht sich um über 50%, und das hält ebenfalls noch 30 Tage nach dem Waldbesch an. Leistungssteigerung heißt, dass die Killerzellen effizienter als sonst Viren, Bakterien und potentielle Krebszellen aufspüren und beseitigen.

Phytozide:

Pflanzenwirkstoffe, die zum Schutz der Pflanze hergestellt werden, um Krankheitserreger und Schädlinge fernzuhalten. Sie sind in den Terpenen enthalten und in  ihrer Wirkung Antibiotika ähnlich, wirken jedoch nicht nur abtötend, sondern lebensregulierend durch wohlaufeinander abgestimmte anregende, hemmende und vernichtende Kräfte. Die Phytonzide werden in der Naturheilkunde und im biologisch-dynamischen Landbau genützt. Bei letzterem wird die regulierende Funktion der Phytonzide genutzt. Manche Pflanzen schützen sich mit ihren Phytonziden gegenseitig, wenn sie gemeinsam angebaut werden, so daß die Erreger und Schädlinge keine Chance haben und auf Herbizide und Insektizide verzichtet werden kann. 

Quellennachweis:

  • Der Biophilia Effekt, Clemens G. Arvay

  • Das geheime Leben der Bäume, Peter Wohlleben

  • Waldwege in die Balance, Annette Bernjus

Literaturhinweise:

  • Wald tut gut, von Karin Greiner und Martin Kiem

  • Die Waldapotheke von Dr. Markus Strauß

  • Die wertvolle Medizin des Waldes von Dr. Qing Li

  • Shinrin Yoku -  Heilsames Waldbaden von Yoshifumi Miyazaki

  • Waldbaden - das kleeine Übungshandbuch für den Wald von Ulli Felber

  • Der Biophilia Effekt von Glemens G. Arvay

  • Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben

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